24h Rennen Harzring 2010
Es ist geschafft…
Auf Grund von unüberwindbaren Differenzen innerhalb des Teams, spaltete sich selbiges
in zwei Lager. Ohne Moped und ausreichend Fahrer waren wir gezwungen, neun Wochen
vor Startbeginn von vorne zu beginnen.
Wir hatten Anfangs nur den Hauptrahmen und das Heckteil von BBR, sonst nichts!!
Den 125cc Motor stellte uns TJR-Motorsport zu Verfügung.
Soviel dazu.
Angereist sind wir bereits am Mittwoch den 18.08, um ausreichend Zeit zu haben,
unser Lager aufzuschlagen und letzte evtl. Einstellungen am Moped vorzunehmen.
Am Donnerstag, ´nen Tagesticket gelöst und es ging rauf auf die Strecke.
Die ersten Runden waren wie immer etwas holperig, das Moped fühlte sich jedoch prima an.
Die ersten Zeiten hatten wir gestoppt, auch die der Konkurrenz
, das hätten wir mal lassen
sollen, erster Unmut machte sich breit!
Auf dem Papier und aus Erfahrung hatten wir uns
´nen bisschen mehr erhofft.
Nun gut, es war Donnerstg und der Freitag war ja noch zum Testen da.
Wir haben die Marzocchi Gabel vorort noch einmal zerlegt und anderes Öl eingefüllt,
an dieser Stelle dickes Dankeschön an Carsten für´s Öl, der auch mit nem Dunlop TT92
aushelfen konnte, der unsere Rettung war. Die Gabel funktionierte wesentlich besser und
wir waren wieder etwas motivierter.
Am Freitag trafen dann gegen Vormittag die restlichen drei Fahrer,
Klausi, David und Markus “Eisi” ein.
Jetzt waren wir zu sechst und das Fahrer Team komplett.
Reifenbilder wurden besprochen, beim ELKA Dämpfer wurden die Einstellungen noch
einmal geändert, alles passte und die Zeiten wurden zunehmend schneller.
Klausi war der einzige, der leider nicht gefahren ist, er hatte sich ein paar Tage zuvor
das Knie verdreht und humpelte durchs Fahrerlager. An fahren war nicht zu denken.
Tut mir immer noch leid, Klausi!
David und Eisi liessen es recht locker angehen, wobei die Zeiten schon auf einiges hindeuteten.
Das David Moped fahren kann war klar (Ex-Dt. Pocketbike Meister Senior Open), aber auch
Eisi war fix unterwegs.
Zwischendurch bin ich selbst auch noch einen Turn gefahren, bis das erste Teil kaputt ging.
Der Gaszug ist gerissen. Es war kein Problem, nur Sache von Minuten.
Als David wieder auf der Strecke war, bahnte sich das nächste, aber weitaus grössere Problem an.
Die Kupplung quittierte Ihren Dienst und schrauben war angesagt.
Die Beläge wurden gewechselt und weiter ging´s.
Mittlerweile war es Nachmittag und Michael & Susy von TJR-Motorsport trudelten ein.
Einige Runden haben David und Eisi noch in den Asphalt gebrannt,
bevor unser Schieber – und Catering Team am Abend eintraf, den wir dann mit voller
Vorfreude ausklingen liessen.
Samstag:
Nach dem freien Training folgte dann auch schnell das Qualifiying, was gegen 10.30 Uhr zuende war.
Da ich das Qualifiying gefahren bin, war ich gespannt wie´s lief und war ein bisschen enttäuscht.
Ich hatte meine Zeit vom Vortag nochmal deutlich unterboten
aber mit nem Heidenau K61 war einfach nicht mehr drin als eine 1:02. irgendwas.
Für´s Rennen war der TT92 vorgesehen, auf den ich mich schon freute!:)
Langsam ging es auf 14:00 Uhr zu und die Spannung stieg, wer fährt den Start?
Roman hatte sich erfolglos gewehrt und war somit der Auserkorene.;)
Ziemlich aufgeregt war er dann auch als die letzten 10 Sekunden runtergezählt wurden.
Den Start mal gleich richtig verhauen ging´s dann als Drittletzter in die erste Kurve,
bis dahin soweit so gut, wäre da nicht der vorletzte Fahrer gewesen,
der Roman hinten am Reifen touchierte und er deswegen das erste mal auf dem Asphalt lag!
Schöne Schei…! Das Reglement liess nicht lange auf sich warten und wir hatten die ersten
zehn Strafrunden auf unserem Konto! Tolles Ding!:)
Roman kam als Letzter aus der ersten Runde. Es konnte also nur besser werden!:)
Kontinuierlich knabberten wir uns durchs Feld und hatten einige
Plätze gut machen können und lagen schon bald auf Platz 15 von 27 ,
inkl. eines Platten und dummerweise zweier Reifenwechsel,
da wir ja leider nur einen TT92 hatten und den auch fahren wollten.
Gegen 22:00 Uhr (denke ich:)) waren wir schon in den Top 10.
Ne halbe Stunde später , der erste Schock!
Daniel fuhr bis dahin ein tolles Rennen, bis es ihn erwischte, das war Eingangs Start/Ziel
Kurve. Daniel stürzte und wurde von einem nachfolgendem Fahrer überfahren.
Ich hatte zu der Zeit meine Ruhe Pause, die dadurch sofort ein Ende fand.
Daniel lag bewusstlos auf dem Asphalt und bewegte sich nicht!
Sanitäter waren recht schnell zur Stelle und luden Daniel mit Halskrause in den RTW!
Clemi und ich folgten dem Wagen um Informationen zum Zustand von Daniel zu erhalten.
Tobias war auch sofort zur Stelle und begleitete Daniel zur Untersuchung ins Krankenhaus.
Daniel war zu dem Zeitpunkt ansprechbar und konnte alles bewegen,
das war erst einmal Stand der Dinge.
Für uns war klar, wir fahren weiter!!
Nach gut 13 Minuten war der Bock, mit Roman drauf, wieder auf der Strecke.
Klausi ging in seiner Boxenmanager Position voll auf und entwickelte mit Tatjana Strategien,
die Formel 1 würdig waren!! Ohne Klausi “THE BRAIN” und Tatjanas genialer Unterstützung,
wäre es sicherlich weitaus chaotischer zugegangen.
Die Nacht-Turns hatten begonnen und jeder hatte so seine Sorge, ob man bei Dunkelheit,
genauso schnell sein kann wie am Tage.
Die Sorgen stellten sich als unbegründet heraus, denn alle Fahrer waren
eher überrascht wie gut es doch ging.
David war der Held der Nacht, er ist Turns gefahren wie andere Runden.
Hat mich irgendwie an´s Duracell Häschen erinnert!:)
Kaum kam er in die Box, fragte er auch schon wann er wieder darf, unglaublich der David…
Gegen 0:00 Uhr (so muss es gewesen sein?:):)) hatten wir uns schon auf Platz 5 nach vorn gekämpft,
so das wir die nächsten Stunden bemüht waren die Position zu halten.
Immer wieder kam es zu richtig fairen Duellen mit Teams wie RaceBase,
hat Spass gemacht mit euch!!!!
Später in der Nacht, kam Tobias aus dem Krankenhaus zurück und gab Entwarnung
was Daniel betrifft.
Bis auf Prellungen und einer Gehirnerschütterung ist alle soweit gut gegangen.
Keinerlei Knochen gebrochen oder Ähnliches.
Er war auf jeden Fall so fit, das er sich erfolgreich gegen das Aufschneiden
seiner Kombi gewehrt hat! Der Helm hatte nicht überlebt, die Helmschale war vorne und hinten
durchgebrochen!
RESPEKT Daniel!!
In den frühen Morgenstunden wechselten die Platzierungen einige Male hin und her,
zeitweise waren wir schon auf Platz 4,
kurz darauf wieder auf Platz 7 zurückgefallen.
Das Spielchen zog sich mehr oder weniger durch den ganzen Morgen bis zum Mittag!
Am Vormittag verließ Daniel das Krankenhaus und war kurze Zeit später wieder in der Box präsent,
und freute sich über unsere Leistung in der Nacht.
Alle freuten sich, das er überhaupt schon wieder dort war!
Langsam ging das Rennen in die entscheidene Phase, der Motor fing an das Öl zu schlucken,
als wenn es das Letzte war. Wir haben nach jedem Turn Öl nachfüllen müssen,
das innerhalb von 45min stetig auf Minimum sank.
Zittern war angesagt, hält er oder hält er nicht?
Keinerlei “Rauchzeichen” waren zu erkennen und wir waren guter Dinge das der Motor hält.
Öl und Motortemperatur waren bis dahin konstant weit unter 100° C geblieben ,
überhitzen kam also auch nicht in Frage.
Wir haben die letzten 2 Stunden das Gas etwas raus genommen um den Motor zu schonen,
ankommen war oberstes Ziel! Der Klassensieg war uns
schon ´ne knappe Stunde vor Schluss nicht mehr zu nehmen, selbst wenn wir hätten
schieben müssen.
Alle im Team hatten sich dafür ausgesprochen, das ich den letzten Turn fahre und wir haben
15 Minuten vor Schluss nochmal gewechselt.
Ich für meinen Teil habe die letzten Runden so genossen, das diese Emotionen und
Gedanken unvergesslich bleiben werden!!!
An dieser Stelle nochmal ein RIESIEGES DANKESCHÖN an
- meine Frau Tatjana, die ausserordentliches geleistet hat, schon Monate zuvor
- meine Tochter Jolina, ohne Ihren Glücksfrosch wär´s wohl nicht so gelaufen ![]()
- Roman, der bis zum umfallen geschraubt und konstruiert hat
- Daniel, der in ein paar Wochen Moped fahren gelernt hat, er konnte vorher nichtmal schalten
- Klausi, der das geschehen in der Box sagenhaft kontrollierte
- David, mit Ihm hätten wir 48h fahren können, du hast unglaubliches geleistet!!
- Markus “Eisi”, der verrückt genug ist, sich auf sowas einzulassen, zum Glück!!
- Clemi, der überall an Ort und Stelle war, wo er gebraucht wurde, der einzige ohne Schlaf!!
- Hacki, der trotz des Unfalls seiner Frau das Event voll durchgezogen hat! Daumen hoch!!
- Gunnar, der mit Moped schneller läuft als Andere ohne!! Dicken Job hast Du gemacht, sauber!!
- Elmar, Sybille und Ylva, die Jolina eine Nacht zu sich eingeladen haben und zur Siegerehrung
wieder da waren!!!
Zum Schluss möchte ich mich im Namen aller noch einmal bei
Michael und Susy von TJR-Motorsport bedanken,
die uns einen perfekten Motor zur Verfügung gestellt haben. Ohne euer Engagement
hätten wir nicht starten können!!!
Dankeschön, das Ihr dabei wart!!!!
Desweiteren an unseren Bremsscheibenspezi www.MX-Tec.eu
DANKE!!!
Nochmal das Ergebnis:
1. Pitbike Team überhaupt, die durchgefahren/angekommen sind
1. Team überhaupt, die als Rookies gestartet sind und als Klassensieger beendet haben
Klassensieg LK5 mit 53 Runden Vorsprung auf Platz 2, 88 Runden auf Platz 3
Gesamtklassement auf Platz 5
Schnellste Rennrunde unserer Klasse mit 1:00,890 (Marcus)
See you next year…
Gruß
Marcus